Tiomila 2003 - das Erlebnis schlechthin!
Nach guten Kurzstreckenresultaten meinerseits und Abstürzen
an den
Elitserien von Jan Mrazek andererseits wurde ich Jan nach langen
Diskussionen für die 9. Strecke im 1. Team vorgezogen.
Der Start für diese Strecke war ungefähr auf 4 Uhr 10
vorausgesagt und die
Zielsetzung war klar: ein Platz in den ersten 20 sollte erreicht
werden,
wobei bis anhin schon vielfach gute Zeiten in der Nacht gelaufen
wurden,
diese jedoch nie über die letzten zwei Strecken gebracht (neben
der ersten
sind nur die Strecken 9 und 10 am Tag) werden konnten. Dafür
sollten nun
ich auf der 9. kurzen ungegabelten und vor allem Michal Smola auf
der
letzen Strecke sorgen.
Und so sah die Vorbereitung aus:
Samstag mittag war das Damenrennen, welches ich teilweise auf dem
Wettkampfplatz verfolgte und mich damit ein erstes Mal im Friskus-Lager
umschauen konnte. Und schon die ersten Eindrücke waren umwerfend.
Friskus
war einerseits mit einem normalen kleinen Tunnelzelt zum umziehen
und
andererseits mit einem richtigen mittelgrossen Festzelt präsent.
Im
Festzelt gabs von Samstag mittag bis Sonntag morgen dauernd Kaffee,
Kuchen,
Getränke und warme Mahlzeiten. Zudem gabs Esstische und Feldbetten
zum
Schlafen - so wurde ich noch nie verwöhnt an einem OL!
Um 6 Uhr ging ich zurück in die 2km entfernte Unterkunft um
mich ein
bisschen hinzulegen - tatsächlich konnte ich dann auch bis
ca. 24 Uhr
schlafen. Frühstücken, umziehen, packen hiess es anschliessend.
Zudem
konnte ich mich über das Wettkampfradio über den Stand
des Rennens
informieren und erfuhr dabei, dass Mikael nach der 5. Strecke als
23.
übergeben hatte und das Rennen ca. 20 min vor der Marschtabelle
war. 2 Uhr
morgens traf ich schliesslich auf dem Wettkampfplatz ein und konnte
mir ein
genaueres Bild des Geschens machen. Langsam aber sicher wurde es
auch
offensichtlich, dass auch meine 9. Strecke mit der Nachtlampe laufen
würde.
3 Tassen Kaffee und ein gutes Einlaufen später stand ich um
3.45 bereit um
von Henrik als 13. auf meine Strecke geschickt zu werden.
Kurz vor dem Start erhielt ich auch noch von den Teamkollegen die
letzten
Instruktionen - Henrik komme mit IFK Lidingö zusammen; ich
solle unbedingt
mit Lidingö zurückkommen - warum sollte ich erst im Ziel
erfahren. So
startete ich relativ gemütlich im Schlepptau von Lidingö.
Mehr und mehr
wurde mir bewusst was es für den Club bedeutet in den ersten
15 am Tiomila
zu laufen, als ich zweimal im Wald von Läufern mit einem "komm
igen
Friskus" angefeuert wurde.
Beim zweiten Posten wurden meine Nerven jedoch arg strapaziert als
ich
einerseits rechts vorne den Posten reflektieren sah und andererseits
Lidingö links zog. Ein lautstarkes zögern später
lenkte er ein und wir
konnten weiter ziehen. Bei Posten vier gabs einen weiteren kleinen
Fehler
und dann war die Hölle los - Wallsten (Leksand), Novikov (Delta),
Boström
(Turun Mesänkävijät) und Persson (Pan-Kristianstad)
hatten aufgeschlossen.
Das Tempo verdoppelte sich fast von einer Sekunde auf die andere.
Zusammen
jagten wir durch den Wald, bis ich am Zuschauerposten lautstark
von den
Klubkollegen wieder darauf hingewiesen wurde, dass ich mit Lidingö
zusammenbleiben sollte. Da dieser immer am Schluss des Trames lief
nahm ich
etwas Tempo zurück und reihte mich hinter ihm wieder ein. Erst
kurz vor dem
letzten Posten zog ich nochmals an ihm vorbei um das Loch zu Leksand
zu
schliessen und zu den anderen Teams möglichst klein zu halten.
Und im Ziel sollte ich auch erfahren weshalb denn Lidingö so
wichtig war
für unser Team: Es war allgemein bekannt, dass die 8. mit der
10. Srecke
gegabelt sein würde, d.h. wer auf der 8. die gleichen Gabelungen
hat, hat
auch auf der 10. die gleichen. Henrik bemerkte auf der 8. Strecke,
dass er
die genau gleichen Gabelungen wie Lidingö zu laufen hatte und
wusste, dass
ihr Näsman (ihr Schlussläufer) einer der stärksten
auf der Schlussstrecke
sein würde - eine ideale Lokomotive für Michal Smola,
unseren Tschechen auf
der letzen Strecke. So wurde es zu meiner Aufgabe, nicht die bestmögliche
Zeit zu laufen, sondern Smola zusammen mit Näsman auf die Schlussstrecke
zu
schicken.
Das Wettkampfglück meinte es sogar noch besser mit uns, indem
Jani Lakanen
(Delta) ebenfalls die gleichen Gabelungen zu laufen hatte. Und Näsman,
Lakanen und Smola hielten ihr Versprechen. 7! Minuten schneller
als die
führenden Mannschaften preschten sie durch den Wald und liefen
die besten
drei Zeiten auf der Schlusstrecke. "It was crazy" war
der erste Kommentar
von Smola im Ziel. Diese Parforceleistung brachte uns schliesslich
den
genialen 8. Platz am Tiomila ein - die beste Klassierung von Friskus
überhaupt und gestandene Teams wie IKHP, Baekkelaget, Leksand
oder Turun
Suunnistajat wurden auf die Plätze verwiesen.
/Päde


Das Friskus Zelt


Wettkampfplatz und Wechselzone

Michal Smola im Ziel




FK Frikus-Varberg
(See attached file: Picture 032_re.jpg)
Tiomila - die 9., ungegabelte Strecke

Unser Team
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